Mein Leben im Schnelldurchlauf
Ich wurde vor ziemlich langer Zeit geboren, um genauer zu sein, am 17. Juli 1953.
Aufgewachsen bin ich in Rheinhausen am Niederrhein, im Stadtteil Friemersheim. Rheinhausen gehört seit der Eingemeindung 1975 zu Duisburg. Dort habe ich nach 9 Jahren Volksschule, heute würde man wohl Grundschule sagen, meinen Schulabschluß gemacht. Danach machte ich bei der Krupp Stahl AG, zu dieser Zeit noch in Rheinhausen angesiedelt, eine dreienhalb jährige Lehre als Elektromechaniker.
Bevor aber mein Berufsleben richtig anfing, mußte ich zum Bund - 15 Monate - aber durch die Ausbildung zum Radarmechaniker die ich dort machte, verging die Zeit sozusagen wie im Flug.
Danach war ich bis 1988 bei der Krupp Stahl AG in Rheinhausen als Meß- und Regelmechaniker beschäftigt. Anfang der 1980er Jahre lernte ich da mein erstes Prozessleitsystem, PLS80 kennen. Aber es war die Zeit der Stahlkriese und der immer stärker werdende Arbeitsplatzabbau bestärkte mich darin, nicht nur den Arbeitsplatz, sondern auch die Branche zu wechseln. Aus diesem Grund bewarb ich mich 1987 bei der Eckard AG als Servietechniker, einen Schritt den ich bis heute nicht bereue. Die Eckardt AG wählte ich nicht zufällig, sie war der Hersteller und Lieferant von PLS80. Meine Einstellung in Stuttgart erfolgte dann zum ersten August 1988. Ich arbeitete dann bis 2009 als Servicetechniker für die Prozessleitsysteme PLS80 und PLS80E, den Nachfolger von PLS80. Im Jahr 2009 entschloß sich die Firma Invensys, die Eckardt AG gab es schon lange nicht mehr, den Standort Stuttgart zu schließen. Mit einer Portion Glück und nicht zuletzt dem Wissen und der Erfahrung aus ca. 20 Jahren Service, konnte ich meine Tätigkeit bei der ESR-Systemtechnik GmbH in Fellbach fortsetzen. Dort bin ich auch, solange hier nichts anders steht, immer noch als Servicetechniker tätig.
Wie ich wurde was ich bin
Mein Berufsleben war, anders als meine Hobbies, relativ gradlinig und unaufgeregt. Das was ich heute bin, sehe ich als eine Kombination aus Glück, gepaart mit dem richtigen Wissen, und dem Umstand im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein an. Es fing eigentlich schon damit an, das mich meine Eltern, entgegen dem Rat meines Klassenlehrers, nicht gegen meinen Willen auf eine weiterführende Schule geschickt haben. Als ich dann nach neun Jahren kurz vor meinem Schulabschluss stand, hatte ich überhaupt keine Vorstellung von meiner Zukunft und auch keine Idee was ich mal werden will.
Nach langem Hin und Her, vielen oft fruchtlosen Diskussiononen mit meinen Eltern und der Berufsberatung, fiel dann die Entscheidung auf einen handwerklich, technischen Beruf - stellte sich nur Frage welcher? Das die Wahl auf eine Lehre als Elektromechaniker bei den Hüttenwerken Rheinhausen, später Krupp Stahl AG fiel, war letztendlich auch wieder Zufall. Warum gerade dort? Schon mein Großvater und mein Vater haben bis zur Rente dort gearbeitet.
Die Lehre war eigentlich, aus heutiger Sicht betrachtet, gar nicht mal so übel. Nur das erste Lehrjahr war nicht immer ganz einfach. Grund war eine gewisse Hierarchie der einzelnen Lehrjahre in der Lehrwerkstatt. Nach dreieinhalb Jahren schloss ich meine Lehre erfolgreich ab. Damals, 1971, wurden noch alle Lehrlinge übernommen, und ich bekam eine Stelle in der Elektroabteilung, Bereich Reparatur von Hochspannungstrafos. Schon nach wenigen Tagen war mir aber eins klar - DAS ist nichts für mich! Ich führte daraufhin ein Gespräch mit Herrn Hinte, dem damaligen Chef der Meß- und Regelabteilung, wo ich während meiner Lehrzeit bereits ein vierwöchiges Praktikum absolviert hatte. Schon während dieser Zeit gehörte ich zu denen, die offen ihre Meinung gesagt haben, auch wenn diese nicht immer mit der von Herrn Hinte einherging. Aus diesem Grund war ich mir nicht sicher wie das Gespräch ausgehen würde. Es gab zwar eine kurze und heftige Diskussion, aber ich bekam eine Stelle als Meß- und Regelmechaniker. Bis zu meinem Ausscheiden hatten wir dann noch so manche Diskussion, konnten aber auch gemeinsam lachen. Ich konnte mich sogar das eine oder andere mal mit meiner Ansicht durchsetzten. Als ich dann 1988 die Krupp Stahl AG verließ um nach Stuttgart zu gehen, war es mir ein persönliches Anliegen mich mit einem Handschlag von ihm zu verabschieden. Trotz aller Meinungsverschiedenheit die wir das eine oder andere Mal hatten, gab er mir doch schon kurznach dem Beginn meiner Tätigkeit einen wichtigen Rat mit auf den Weg, an den ich mich noch heute halte:
Arbeiten Sie eigenverantwortlich, auch wenn Sie vielleicht Angst davor haben eine falsche Entscheidung zu treffen. Solange Sie Ihre Entscheidung sachlich begründen können, wird Ihnen ein GUTER Chef niemals einen Strick daraus drehen. Bis heute hatte ich scheinbar nur gute Chefs. :-)
Was mir in meiner Freizet Spaß macht
Gute Noten für Malen und Zeichnen während meiner Schulzeit legten vielleicht den Grundstein dafür, dass ich mich heute mit Fotografie, Grafikdesign und Typografie beschäftige. Ich habe zwar schon in jungen Jahren fotografiert, aber damals drückte ich einfach 'drauf, um einen bestimmten Moment festzuhalten (Urlaub. Geburtstag u- ä.). Die eigentliche Leidenschaft für die Fotografie begann in den 1970er Jahren, wurde aber durch spätere berufliche und private Veränderungen für längere Zeit unterbrochen. In dieser Pause rückte der PC und seine Technik, beruflich wie privat in den Mittelpunkt meiner Freizeitbeschäftigungen. In diese Zeit fallen auch die ersten Erfahrungen mit HTML und Webdesign.
Begonnen hat die Fotografie eigentlich mit dem Kauf meiner ersten Spiegelreflexkamera, einer Canon AE-1 und meinem späteren Lieblingsobjektiv einem 1.8/85mm. Auf die AE1 (defekt) folgte die T70. Die Auswahl meiner Objektive hatte sich inzwischen um ein 4/200mm und 50mm Macro erweitert. Mein ganzer Stolz war ein kleines, selbstgebautes Fotolabor (sw & Farbe) im Keller, ausgestattet mit einem Durst 6x6 Vergößerer und einem Jobo Entwicklungsgerät für Papierformate bis 50cm x70cm. Die dort entstanden Papierabzüge hangen u. a. bei meinem damaligem Arbeitgeber im Flur unseres Werkstatt- und Bürogebäudes. Ich habe mich auch an verschiedenen Wettbewerben beteiligt, aber außer einem dritten Platz hatte ich wenig Erfolg. Das tat aber meinem Spaß an der Fotografie und den Arbeiten im Fotolabor keinen Abbruch. Mitte der 1980er Jahre begann dann, bedingt durch persönliche Veränderungen und meinen beruflichen Wechsel nach Stuttgart, die bereits angesprochene Pause.
Beendet wurde diese Pause in den 1990er Jahre, mit dem Kauf einer Kodak Digitalkamera DC50. Es war verblüffend, schon kurz nach der Aufnahme die Bilder am PC ansehen zu können. Die Fotos selbst, konnten sich allerdings mit denen die im eigenen eigenen Fotolabor entstanden sind, noch nicht messen. Das lag zum einen an der Auflösung von 756x504 Pixeln, was bei einer Druckauflösung von 300dpi gerade mal für eine Größe von ca. 6x4,2cm reicht, und zum anderen an den damaligen Farbdruckern, wenn auch mein alter HP nicht schlecht war. Um ehrlich zu sein, ich war von den Ergebnissen eigentlich enttäuscht. Damit blieb die Digitalfotografie erst einmal mehr Experient als wirkliche Alternative zur analogen Fotografie.
Bildbeispiele der Kodak DC50 und einen Vergleich zu Aufnahmen mit einer Canon EOS-1D Mark III finden sie [ hier ]. Trotz der eher bescheidenen Ergebnisse hatte mich der Virus Digitalfotografie erwischt - die Kodak blieb nicht meine einzige Digitalkamera. Es folgten die Sony Cybershot DSC-F505 und die Sony DSC-F707 und die Sony Cybershot DSC-F717. Nach einem großzügigen Weihnachtsgeschenk meiner Eltern kaufte ich mir die danach meine erste digitale Spielgelreflexkamera (DSLR) Canon 10D incl. Canon EF-17-40mm/F4. Aber auch die Canon 10D ließ sich noch steigern. Mit mit der Canon EOS-1D Mark III incl. der Objektive Canon EF 24-105mm f/4, Canon EF 70-200mm f/2.8 USM L IS, Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6 USM L IS, Canon EF 70-300mm f/4,5-5,6 DO IS, meinem Traumobjektiv Canon EF 85mm f/1.2L II USM und aktuell dem neuen Makro Objektiv Canon EF 100mm f/2.8 ist der aktuelle Iststand erreicht. Seit 29. März 2012 bin ich stolzer Besitzer der neuen Canon EOS 5D Mark III.
Für mich persönlich hat die Digitalfotografie das Fotografieren nicht wirklich verändert, wenn man einmal von den nicht mehr anfallenden Film und Entwicklungskosten absieht. Fotografieren wird immer ein unabhängiger kreativer Prozess bleiben. Stark verändert hat sich die Technik auf dem Weg zum Endprodukt. Waren früher umständliche und langwierige Entwicklungsprozesse notwendig, kann man sich heute die Bilder bereits Sekunden nach der Aufnahme auf dem Kamera Display ansehen und bei nichtgefallen, sofern möglich, beliebig oft wiederholen. Auch die Beschränkung auf 36 Aufnahmen pro Film gibt es nicht mehr. Das führt meiner Meinug nach allerdings auch dazu, ich selbst möchte mich da nicht ausschließen, das man sich manchmal zu wenig Gedanken beim Druck auf den Auslöser macht. Bei den vielen Aufnahmen die man ohne große Kosten gemacht hat, werden schon ein paar gute dabei sein. Daraus ergibt sich für mich immer wieder für mich die Frage, was macht überhaupt ein gutes Foto bzw. einen guten Fotografen aus? Die Idee für ein Foto, die Art wie es umgesetzt wurde oder einfach das Foto selbst? Unabhängig davon ob es ein Zufallstreffer war, lange geplant und/oder mit großem Aufwand erstellt wurde. Vielleicht sogar erst am PC zu dem wurde was der Betrachter sieht? Womit ich beim Thema Bildbearbeitung bin.
Als ich die ersten Bilder der Kodak auf dem PC bearbeitete, hatte ich von Bildbearbeitung keine Ahnung. Die Auseinandersetzung damit war aber der nächste logische Schritt. Heute ist die Bildbearbeitung (-manipulation) am Computer selbstverständlich geworden. Die Meinungen, ob Bildbearbeitung gleich Bildfälschung ist, gehen dabei weit auseinander. Hier spielt das Motiv selbst und der Verwendungszweck eine entscheidende Rolle. Ich persönlich bin der Meinung, dass z. B. in der Mode- und Modelbranche das Retuschieren der Fotos so selbstverständlich geworden ist, dass es niemanden wirklich stört. Wird aber ein Foto manipuliert um die öffentliche Meinung zu beeinflussen sehe ich das durchaus kritisch. Meine persönliche Nutzung der Bildbearbeitung dient dazu, das Endprodukt Foto so aussehen zu lassen, wie ich es mir vorstelle bzw. bei der Aufnahme vorgestellt habe. Es gibt aber auch Fotos bei denen ich mit der Bildbearbeitung Fantasien und Vorstellungen umgesetzt oder einfach nur experimentiert habe. In den letzten Monaten bin ich auf den deutschen Digitalkünstler Calvin Hollywood aufmerksam geworden und habe inzwischen (Mai 2012) meinen ersten Online Workshop bei/mit ihm absolviert. Es ist faszinierend mit welcher Leichtigkeit er das Thema Fotografie und Bildbearbeitung angeht.
Für die Bildbearbeitung nutze ich, wie kann es anders sein, Adobe Photoshop in der Version CS5. Dabei ist Photoshop Bestandteil der gesamten Design Premium Suite CS5, die ich in der englischen Version nutze. Das Vorhandensein der Design Premium Suite hat natürlich dazu geführt, dass ich alle dazu gehörenden Programme, mehr oder weniger intensiv ausprobiert habe. Mit Dreamweaver begann ich mich auch wieder für HTML und Webdesign zu interessieren. Illustrator und InDesign weckten das Interesse an Grafik und Printdesign.
Inzwischen sind die Fotografie, Web- und Printdesign die Dinge, mit den ich den größten Teil meiner Freizeit verbringe. Zum größten Teil eigentlich nur weil es Spaß macht kreativ zu sein, ohne den Anspruch zu haben mit professionellen Fotografen und Designern konkurrieren zu wollen. Das dabei trotzdem einige reale Projekte entstanden und veröffentlich worden sind, freut mich um so mehr. Aktuell versuche ich das alles, zusammen mit meinem Beruf unter einen Hut zu bringen, und betreue u. a. die Webseite meines aktuellen Arbeitgebers, wobei die Seite auch von mir gestaltet wurde. Ich habe für eine befreundete Hobbiemalerin eine Homepage entworfen und eingerichtet und für meinen letzten Arbeitgeber diverse Printprojekte realisiert. Meine eigene Homepage ist dabei eigentlich immer zu kurz gekommen. Mit dieser Homepage soll sich das endlich ändern...
